
Ich hätte nie gedacht, dass mich ein Schulranzen so aus der Bahn werfen kann. Plötzlich war er da, der Moment, an dem unsere Tochter langsam – und gleichzeitig viel zu schnell – vom Kindergartenkind zum Schulkind wurde.
Zwischen Zuckertütenbaum, Baustellenstaub und inmitten von Geburtstagsvorbereitungen haben wir nicht nur den Übergang gut geschafft, sondern auch eine Einschulung gefeiert, die wir nie vergessen werden. In diesem Artikel möchte ich euch mitnehmen auf unseren ganz persönlichen Weg – voller kleiner Herausforderungen, großer Gefühle und ein paar liebevoller Tipps für alle, die diesen Meilenstein noch vor sich haben.
Wenn der Schulranzen größer ist als das Kind
Irgendwann kam dieser Moment: der erste Schulranzen stand mitten im Wohnzimmer – oder eher das kleine Mädchen, das ihn ganz stolz auf seinem kleinen Rücken Probe trug. Aus unserem kleinen Wirbelwind wurde eine fast schon große Schulanfängerin. Ich weiß noch genau, wie mein Herz gleichzeitig hüpfte – und ein bisschen schwer wurde. „Ist das jetzt echt schon soweit – Kindergartenzeit vorbei? Wirklich?“
Die letzten Kindergartenmonate: Wenn Abschied nach Abenteuer schmeckt
Die letzten Monate im Kindergarten fühlten sich an wie ein langes, leises Tschüss. Unsere Tochter wusste ganz genau, dass ein neuer Abschnitt bevorstand – und trotzdem war noch so viel Spielzeit da. Ihre Erzieherinnen gaben sich alle Mühe, den Vorschulkindern eine besondere Zeit zu schenken: es wurde gebastelt, gesungen & schöne Ausflüge organisiert. Wahnsinnig stolz waren die Vorschüler, als sie ihren Eltern und Großelten zum „Zuckertütenfest“ das Programm vorführen durften, welches sie mit ihrer Erzieherin eingeübt hatten.

In unserem Kindergarten ist es üblich, dass die Eltern der Vorschüler gemeinsam eine kleine Zuckertüte für den großen „Zuckertütenbaum“ im Kindergarten basteln. Diese dürfen dann zum Zuckertütenfest „geerntet“ werden. Das war ein wahnsinnig schöner Moment, als unsere Tochter morgens voller Spannung den Baum bewunderte und ihre Tüte suchte.
Ist mein Kind überhaupt bereit für die Schule? Und bin ich es eigentlich … ?
Die größten Gedanken in meinem Kopf drehten sich um die Frage, ob die „Kleine“ überhaupt bereit für die Schule sei. Wird sie alles schaffen? Aber dann natürlich auch: „Sind wir bereit?“.
Sie war sechs, kurz vor ihrem siebten Geburtstag – ein kluges, willensstarkes, aber auch sehr sensibles und introvertiertes Kind mit großer Tierliebe. Aber: Schule ist nicht nur eine Kopfsache. Es geht um Selbstständigkeit, Neugier, Frustrationstoleranz und das Wissen, dass das Kind irgendwie heil zurück nach Hause kommt :).
Meine Mama, die selbst seit vielen Jahren als Grundschullehrerin arbeitet, war Gold wert in dieser Zeit. Ich habe viel mit ihr gesprochen – und sie mit ihrem Enkelkind. Mit ihr zusammen entwickelten wir kleine Rituale, sprachen über den Tagesablauf in der Schule und kamen in den Genuss vieler hilfreicher Tipps zur Vorbereitung auf die Schulzeit.
Das Schönste Ritual für uns als Familie war, als wir in unserem eigenen kleinen Garten – den wir ja noch nicht allzu lange besaßen – eine kleine Weide zu ihrem persönlichen Zuckertütenbaum ernannten. Daran hängten wir eine kleine blaue Zuckertüte, die fast morgendlich kritisch beäugt wurde. Ja, sie wuchs wirklich … ein paar Zentimeter pro Woche. Natürlich ersetzte ich sie ab und an durch ein etwas größeres Modell der gleichen Farbe. Und unsere Tochter war überzeugt: „Meine Zuckertüte wächst am Baum – logisch!“.
Der Schulanfang – Zuckertüte, Ranzen & ganz viel Pferd
Als wäre dieser Schulanfang nicht schon emotional genug – dann gibt´s ja noch die Feierei zu organisieren. Das ist zumindest bei uns so üblich. Glücklicherweise nimmt man bei uns mittlerweile Abstand von langweiligen Familienfeiern, zu denen sich die ganze Sippschaft in der Gaststätte trifft und am Ende nur sich selbst feiert. Heute wird die beginnende Schulzeit ganz locker und kindgerecht bei einer Gartenparty gefeiert. Bei uns ging das leider nicht – wir hatten gerade ein Haus gekauft – und dort war eher Baustelle statt Buffet.
Unsere Tochter liebt Pferde und da für uns immer feststand, dass dieser Tag „ihr“ Tag werden sollte, planten wir ganz nach Ihren Wünschen – mit Überraschungen und allem, was sie liebt, aber eben nicht bei uns zu Hause.
Das Highlight war, nach der feierlichen Schuleinführung am Morgen und dem stolzen Foto mit dem neuen „Tornister“ (sie lacht sich immer schlapp über dieses Wort – bestimmt kennt ihr es): eine Kutschfahrt in den Wald.
Statt der Gartenparty mit Ziegelsteinen als Sitzgelegenheit und Einweg-Geschirr organisierten wir eine gemütliche Runde durch den schattigen Wald – bei über 30 Grad war das für alle die beste Entscheidung.
Das frischgebackene Schulkind saß stolz & strahlend wie eine Honigbiene neben dem Kutscher. Die Augen leuchteten und ich wusste genau, dass sie ganz glücklich war. Kaffee und Kuchen gab’s im Grünen, unter Bäumen, mit Streicheleinheiten & Wasser für die Pferde und einer tollen Torte – natürlich mit Marzipan-Pferd :).
Ach ja: ihre große Zuckertüte hat sie tatsächlich geschafft, verschlossen zu halten. Die haben wir dann in aller Ruhe und in Familie am nächsten Tag mit ihr zusammen ausgepackt.
Was im Vorfeld geholfen hat:
♥ Die Gewissheit: Mama & Papa sind da
♥ Kleine Alltagsübungen im Vorfeld (z. B. „Wie packt man den Ranzen?“)
♥ Eine Einschulung, die ihr Spaß gemacht hat – ohne Überforderung
Top & Flop: Was würde ich wieder so machen – und was nicht?
TOP:
- Zuckertütenbaum – mit Wow-Effekt für kleine ABC-Schützen
- Die Kutschfahrt – ein emotionales und unvergessliches Erlebnis für alle!
- Die liebevolle Vorbereitung mit meiner Mama ♥.
- Weniger ist mehr (und auch ein TOP meiner Mama): eine kleinere Zuckertüte, deren Spitze mit Zeitungspapier statt mit Tonnen an Süßigkeiten gefüllt ist. Die Kleinen müssen Ranzen & Tüte womöglich auch für ein Foto lächelnd tragen können.
FLOP:
- Der Zeitplan. Schulanfang + 40. Geburtstag + Hausumbau? Lieber nicht noch mal.
- Meinen Perfektionismus ablegen – nicht die kulinarische Bewirtung steht im Vordergrund, sondern die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes – gern auch mit Pferdemist :).
Loslassen mit Liebe (und Humor)
Der Übergang vom Kindergarten zur Schule ist ein großer Schritt – für Kinder und Eltern. Es darf chaotisch, rührend und wunderschön zugleich sein. Und selbst wenn nicht alles perfekt läuft: Das Wichtigste ist, dass unsere Kinder spüren, dass wir sie begleiten.
Noch ein Tipp / eine Geschenkidee zum Schluss
Unsere Schule arbeitet mit Stundenplänen, in denen die Klasse in zwei Gruppen eingeteilt sind. Zusätzlich gibt es noch unterschiedliche Wochen: A und B. Das Planen mit einem solchen System ist echt schwierig und für Schulanfänger kaum machbar. Da ich nirgends einen passenden Plan gefunden habe, in dem mal alles übersichtlich eintragen kann, ohne dass es mehrere Pläne braucht, habe ich meiner Kreativität freien Lauf gelassen und selbst einen passenden Wochenplaner gestaltet. Ihr könnt ihn in vier verschiedenen Motiven in meinem Shop als digitalen Download kaufen – die Datei personalisiere ich mit dem Namen des Kindes und ihr erhaltet zwei Varianten zum Ausfüllen für nur 4,90€. Wenn ihr den Ausdruck laminiert, ist er langlebiger und mit einem Foliestift immer wieder neu beschreibbar.
Wenn ihr den Schulalltag eures Kindes noch ein bisschen liebevoller gestalten wollt, dann lest gerne meinen Beitrag zum Thema „Liebevolle Botschaften für die Brotdose“ und ladet euch kostenlos die Vorlage herunter.
Ich wünsche Euch alles Liebe, einen schönen Schulstart & einen noch schöneren Schulalltag!

